Promis und Wohltätigkeit
Wohltätigkeit ist spontane und bedingungslose Hilfe für Notleidende durch milde Gaben. Dabei soll es für den Gebenden eine Freude sein, Not lindern zu können. Die beste Wohltätigkeit ist diejenige, die still und leise vonstatten geht. Doch leider ist diese Form von Wohltätigkeit nur selten zu finden, denn man braucht für sie einen direkten notleidenden Adressaten. Deshalb spenden Wohltäter ihre Gaben in der Regel an Wohltätigkeitsorganisationen, die ihrerseits die Gaben dorthin weiterleiten, wo sie dringend benötigt werden.
Viele Promi-Galas sind gleichzeitig Wohltätigkeitsveranstaltungen. Durch hohe Eintrittskartenpreise und bei auf dem Fest veranstalteten Tombolas können Promis während des vergnüglichen Abends automatisch wohltätig sein. Doch haben Prominente eher ein mitfühlendes Herz als andere Leute? Vermutlich nicht, sondern sie sind sich der Vorbildwirkung ihres Tuns bewusst und nutzen deshalb viele Gelegenheiten, entgegen dem eigentlichen Wohltätigkeitskodex, zur öffentlich zur Schau gestellten Wohltätigkeit.
Das moderne Wort für Wohltätigkeit ist Charity. Obwohl das eigentlich nur die Übersetzung von Wohltätigkeit ins Englische ist, bezeichnet es den Trend, auf glamourösen Veranstaltungen wohltätig zu sein. Doch warum soll man nicht gerade dort, wo vieles im Überfluss vorhanden ist, damit anfangen, etwas gegen Elend und Armut zu tun. Wer heute im Glanz lebt, kann selbst einmal bedürftig gewesen sein oder es noch werden. Dann wird es ihm egal sein, ob die Spenden, die ihn erreichen von einer Gala oder aus einer Sammelbüchse der Heilsarmee stammen. Oft sind von der Not auch Kinder betroffen. In Heime abgeschoben, fühlen sie sich von allen im Stich gelassen. Viele Hilfsorganisationen leiten deshalb die Spenden der Wohltätigkeitsgalas direkt an die Kinderheime weiter.